Preisverleihung am Dienstag, 23. Februar 2010, in der
Landesvertretung Sachsen - Anhalt in Berlin

In diesem Jahr wurde der erste Preis für ein bahnbrechendes Verfahren zur Abtrennung von Wasser aus destilliertem Rohalkohol für die BioEthanolproduktion an das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme, Institutsteil Hermsdorf , vergeben.

Weltweit ist Ethanol der am meisten verwendete Biokraftstoff, der heute noch mit einem aufwendigen Verfahren von Restwasser (>99,5%) befreit werden muss. In Kooperation mit der GFT Membrane Systems GmbH, Homburg, Saarland und der Buss-SMS-Canzler GmbH, Butzbach, Hessen, als Vertriebspartner, hat Dr. Bärbel Voigtsberger das Kunststück vollbracht, diese Trennung in einer Nanomembran mit Poren von weniger als einem Millionstel Millimeter allein mit physikalischen Mitteln zu bewältigen und damit den Energieverbrauch des Verfahrens weiter zu senken. Damit steht in Aussicht, dass Ethanol auch zum Energieträger der Gebäudeversorgung in Brennstoffzellen werden kann.

Den zweiten Preis erhielt das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme aus Freiburg/Brg für den weltweit höchsten, sensationellen Wirkungsgrad einer photovoltaischen Zelle von 41,1%.

Der Arbeitsgruppe um Dr. Frank Dimroth ist diese Meisterleistung mit so genannten Konzentratorzellen gelungen, mit denen die solare Einstrahlung um den Faktor 454 verstärkt werden kann. Das Sonnenlicht wird in diesen komplexen Solarzellenstrukturen auf 2-6 Teilzellen aufgeteilt, welche jeweils einen begrenzten Wellenlängenbereich des Sonnenlichts besonders effizient in elektrischen Strom umwandeln. Statt Silizium verwenden die Forscher dafür Halbleiter, die aus einer Kombination der Materialien Gallium-Indium-Phosphid, Gallium-Indium-Arsenid und Germanium bestehen. Sie können das Spektrum des irdischen Sonnenlichts besonders effizient in elektrischen Strom umwandeln. Was heute auf einer Fläche von 5mm² funktioniert, soll in Zusammenarbeit mit der Concentrix Solar GmbH, Freiburg, zu einem marktfähigen Produkt weiterentwickelt werden.

Der dritte Preisträger ist die fibretech composites Gmbh aus Bremen, ein Unternehmen, das mit der Yachtwerft Meyer GmbH, Bremen, und Prof. Dr. Herbert Funke, Lehrgebiet Fahrzeugkonstruktion, Fachbereich Maschinenbau der Fachhochschule Dortmund elektrisch beheizbare Formen in Kunststoffbauweise entwickelt hat, mit denen auch die Produktion von Flügeln für Windkraftanlagen optimiert werden kann. Die Innovation von Fibretech liegt darin, die zum Aushärten der Faserlaminate erforderliche Beheizung, die üblicherweise durch dickwandige Formen von außen erfolgt, unmittelbar in die Oberfläche der Form zu verlagern. Eingesetzt werden leitfähige Carbonfasern, die mit Strom beaufschlagt, Wärme unmittelbar an der Oberfläche zum Laminat erzeugen. Dadurch werden Energieeinsparungen bis zu 90% erzielt.

 

Vielen Dank den Preisstiftern Ursula und Dr. Robert Steyrer und der Jury sowie für die  Kooperation mit der Landesvertretung Sachsen-Anhalt und der Agentur für Erneuerbare Energien.